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Fakten & Geschichtliches von Lanzarote
 

Lanzarote ist die nordöstlichste der sieben großen Kanarischen Inseln, die im Atlantischen Ozean eine von Spaniens siebzehn autonomen Regionen bilden. Die Inselliegt rund 140 Kilometer westlich der marokkanischen Küste und eintausend Kilometer vom spanischen Festland entfernt, und gehört zur spanischen Provinz Las Palmas. 1993 erklärte UNESCO die vollständige Insel zum Biosphärenreservat.

Lanzarote misst von Nord (Punta Fariones) nach Süd (Punta Pechiguera) rund 58 Kilometer und in der größten Ost-West-Ausdehnung nur 34 Kilometer. Südlich iegt in elf Kilometern Entfernung die wesentlich grösser Kanareninsel Fuerteventura, und im Norden nur einen Kilometer entfernt der Chinijo-Archipel mit den kleinen Inseln La Graciosa, Montaña Clara, Alegranza, Roque del Oeste und Roque del Este.

Vor rund 36 Millionen Jahren begannen wiederholte unterseeische Vulkanausbrüche den Sockel der Insel zu bilden, und vor 15,5 Millionen Jahren wuchs Lanzarote über die Meeresoberfläche hinaus. Die letzten Ausbrüche ereigneten sich von 1730 bis 1736 und 1824, wobei über 23 Prozent der Fläche Lanzarotes mit etwa 3 bis 5 km³ neuer Lava aus etwa 30 neuen Vulkanen bedeckt wurden. Diese Größenordnung ist hinsichtlich Dauer, ausgespiener Lavamengen und Zusammensetzung der Laven (das Olivin-Mineral konnte entstehen) weltweit einzigartig. Heute erstreckt sich auf einem Großteil dieses Gebietes der Timanfaya-Nationalpark mit insgesamt 100 "neuen" Vulkanen, die den Namen Montañas del Fuego (Feuerberge) erhalten haben.

Die Namensgebung der Insel beruht auf drei verschiedenen geschichtlichen Begebenheiten, wobei unklar ist, welche der wirkliche Ursprung "Lanzarotes" ist:

Erstens landete um 1312 der Genuese Lancellotto Malocello auf der (dann nach ihm benannten) Insel. Zweitens könnte der Namen auf den französischen Adeligen Lancelot zurückführen, welcher fast ein Jahrhundert später die ersten Siedler begleitete und drittens könnte "Lanzarote" von dem normannischen Ritter Jean de Béthencourt abstammen, welcher, nachdem er die Insel friedlich in Besitz genommen hatte, aus Freude seine Lanze zerbrach, die Stücke in die Luft warf und ausrief: Lanza rota ! (zerbrochene Lanze).

Fest steht, daß Lanzarote durch die Nähe zu Afrika und dem europäischen Kontinent, als erste kanarische Insel erobert und besiedelt wurde. Es wird vermutet, dass die Phönizier bereits um 1100 v. Chr. die Insel besucht haben. Auch die griechischen Schriftsteller und Philosophen Herodot, Platon und Plutarch berichten vom Garten der Hesperiden, vom Land der Fruchtbarkeit, wo Obst und Blumen in der Brise des Atlantikwindes duften, und Homer schreibt im vierten Gesang der Odyssee von einem paradiesischen Ort.

Nach den heutigen Erkenntnissen jedoch gab es keine steinzeitlichen Bewohner auf den kanarischen Inseln. Die ältesten Funde auf Lanzarote stammen aus dem 1. Jahrhundert nach Chr.

Nach vergeblichen Versuchen der Normannen und Spanier in den Jahren 1341 und 1342 wurde sie 1402 von dem französischen Normannen Jean de Béthencourt erobert. Sein Neffe Marciot de Béthencourt wurde damals als Statthalter eingesetzt und führte ein grausames Regiment basierend auf Sklavenhandel. Ende des 15. Jahrhunderts geraten die Inseln in spanische Hand. Sklavenhandel ist an der Tagesordnung bis dieser 1573 per königlichem Dekret verboten wird.

Das 18. und 19 Jahrhundert ist geprägt von den großen Vulkanausbrüchen, bei denen viele Einwohner die Insel in Richtung Südamerika verlassen und die Daheimgebliebenen versuchen mit Trockenfeldanbau die Insel wieder aufzubauen. Neue Wirtschaftszweige unter anderem die Sodagewinnung aus der Pflanze Barilla, Weinanbau in den Lavafeldern und Aufzucht der Cochenille Läuse für die Farbgewinnung wurden erschlossen. Doch Ende des 19. Jahrhunderts versiegen diese Einnahmequellen, weil sie der europäischen Konkurrenz der Billigherstellung nicht mehr gewachsen waren.

Anfang des 20 Jahrhunderts wird den Kanarischen Inseln für einige Jahre ihre Selbst-verwaltung zugestanden. Dies endet abrupt mit dem Beginn des Franco-Regimes. Erst als Franco stirbt beginnt der wirtschaftliche Aufschwung der Inseln. 1977 gibt es die ersten freien Wahlen, 1982 werden die Kanaren eine der autonomen spanischen Gemeinschaften, 1986 tritt Spanien der EU bei und die Kanaren behalten den Sonderstatus der Freihandelszone. Und mit diesem Beitritt beginnt auch auf den Kanaren stürmisches Wirtschaftswachstum vor allem durch den Tourismus.

 
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